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Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“

Im Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration” wurde von 2011 bis 2015 die alltagsintegrierte sprachliche Bildung für Kinder unter drei Jahren in bundesweit rund 4.000 Schwerpunkt-Kitas gefördert. Es richtete sich insbesondere an Einrichtungen mit einem hohen Anteil an Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien oder Familien mit Migrationshintergrund. Das Bundesprogramm hat einen spürbaren Impuls gesetzt: Alltagsintegrierte sprachliche Bildung konnte in den Schwerpunkt-Kitas verankert werden und wurde von den Ländern in ihren Bildungsplänen und teilweise mit eigenen Programmen aufgegriffen.

Die Schwerpunkt-Kitas wurden durch zusätzliche Fachkräfte mit Expertise in der sprachlichen Bildung unterstützt. Die sogenannten Sprachexpertinnen und Sprachexperten qualifizierten die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung von unter Dreijährigen. Außerdem begleiteten und berieten sie die Kita-Teams bei der sprachpädagogischen Arbeit mit den Kindern und  der Zusammenarbeit mit den Familien. Zusätzlich unterstützten sie die Schwerpunkt-Kitas dabei, ihre Einrichtungskonzeption zum Thema sprachliche Bildung weiter zu entwickeln.

Das Bundesprogramm wurde durch die Universität Bamberg, die Freie Universität Berlin und die PädQUIS gGmbH wissenschaftlich evaluiert. Die Ergebnisse belegen die positiven Effekte des Bundesprogramms:

  • Insbesondere die fachliche Unterstützung durch die Sprachexpertinnen und Sprachexperten unterstützt die Qualitätsentwicklung in den Kitas.
  • Die höhere Qualität der Angebote der alltagsintegrierten sprachlicher Bildung hat einen unterstützenden Einfluss auf die kindliche Sprachentwicklung.
  • Die Qualität der sprachlichen Interaktionen von Fachkräften und Kindern verbessert sich umso stärker, je umfassender alltagsintegrierte sprachliche Bildung im Kita-Team thematisiert wird, zum Beispiel durch fachlichen Austausch im Team oder kollegiale Beratung.
  • Eine enge Zusammenarbeit von Kita und Familien ist mit positiven Effekten auf die kindliche Sprachentwicklung verbunden.

Die Evaluation hat gezeigt, dass sich die pädagogischen Fachkräfte bei der Qualitätsentwicklung der pädagogischen Arbeit und in der Zusammenarbeit mit den Familien mehr fachliche Unterstützung wünschen. Auch hinsichtlich der Integration von Kindern mit Fluchterfahrung fühlen sich viele pädagogische Fachkräfte nicht ausreichend vorbereitet.

Genau hier setzt das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ an. Neben den erfolgreich erprobten Ansätzen des Programms „Schwerpunkt-Kitas“ setzt es zusätzliche Schwerpunkte:

  • Zusammenarbeit mit Familien
    Die Zusammenarbeit mit den Familien wird in den Sprach-Kitas intensiviert. Die pädagogischen Fachkräfte beraten und unterstützen die Familien dabei, wie sie auch zu Hause die Sprachentwicklung ihrer Kinder anregen können.
  • Inklusive Pädagogik
    Die pädagogischen Fachkräfte der Sprach-Kitas werden im Bereich inklusiver Pädagogik qualifiziert. Vielfalt wird von ihnen im Kita-Alltag thematisiert und wertgeschätzt. Dies trägt zu einer vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung bei und eröffnet nebenbei zahlreiche Sprachanlässe. Dies wird auch die Integration von Kindern mit Fluchterfahrung erleichtern.
  • Fachberatung
    Die Sprach-Kitas werden während der gesamten Programmlaufzeit durch eine zusätzliche Fachberatung begleitet. Die Fachberatung qualifiziert und begleitet Tandems aus Kita-Leitung und zusätzlicher Fachkraft und unterstützt bei der Konzeptentwicklung und der Umsetzung der Programminhalte. Durch diese kontinuierliche Prozessbegleitung trägt die Fachberatung zur Qualitätsentwicklung in den Sprach-Kitas bei.
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