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Mehr Öffentlichkeit für Sprach-Kitas

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ unterstützt bundesweit knapp 7.000 Kitas in der sprachlichen Bildung, der inklusiven Pädagogik und der Zusammenarbeit mit Familien. Damit leisten die Sprach-Kitas einen zentralen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit von Anfang an. Von dieser wichtigen, schönen und auch lohnenden Arbeit sollen aber nicht nur Fachkräfte und Eltern erfahren! Auch die breitere Öffentlichkeit kann darauf aufmerksam gemacht werden. Berichterstattung ist gut und wichtig, denn sie macht die Arbeit im Bundesprogramm sichtbar. Ein in der Pressearbeit viel zitiertes Sprichwort besagt dazu passend: „Tue Gutes und rede darüber“.

Gelungene Pressearbeit

Viele Sprach-Kitas sind schon sehr erfolgreich darin, Medien für ihr Thema anzusprechen und auf diesem Weg mehr Menschen über ihre Angebote zu informieren. Im Leitfaden Presse und Öffentlichkeitsarbeit finden sich einige Hinweise, die bei der Ansprache von Redaktionen nützlich sind – zum Beispiel welche Anlässe sich eignen und wie eine Pressemitteilung aufgebaut werden kann. Es gibt noch weitere Tipps, die gerade dann wertvoll sind, wenn das Angebot schon länger läuft.

Pressemitteilungen eignen sich, wenn eine große Zahl von Medienkontakten mit den gleichen Informationen beliefert werden soll. Zum Beispiel wenn ein Angebot gerade startet und wirklich innovativ ist. Damit die Chance besteht, dass die Informationen von den Medien überhaupt aufgegriffen werden, sollte man den Nachrichtenwert kennen und diesen realistisch einschätzen. Nicht immer ist eine Pressemitteilung aber der richtige Weg, um die Medien auf sich aufmerksam zu machen. Denn nur was beispielsweise neu und für die Leserinnen und Leser eines Mediums relevant ist, wird von Journalistinnen und Journalisten beachtet. Der Nachteil eines solchen Versands ist außerdem: Pressemitteilungen gehen nicht auf die individuellen (Informations-)Bedürfnisse von Journalisten ein. Deshalb ist es häufig besser, einzelne Redakteurinnen oder Redakteure gezielt anzusprechen.

Persönliche Ansprache ist besser als jeder Verteiler

Nachrichten, insbesondere Erfahrungen und Geschichten aus Sprach-Kitas werden gerade von lokalen Medien gern aufgegriffen. Wichtig ist, die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu kennen oder Kontakt zu diesen aufzubauen. Dafür sollte man sich bewusst mit der lokalen und regionalen Medienlandschaft auseinandersetzen. Die folgenden Fragen helfen dabei:

  • Welche Medien gibt es in meiner Region? Zu den Lokalblättern und Lokalausgaben der größeren Zeitungen kommen oft noch regionale Wochenzeitungen oder Onlinemedien hinzu, auch Radio- und lokale Fernsehprogramme können angesprochen werden.
  • Wer schreibt zu meinem Thema? Oft gibt es feste Redakteurinnen und Redakteure, die zu Kita- Themen arbeiten, häufig aus dem Gesellschafts- oder Bildungsressort oder dem Lokalen.
  • Über welche Themen berichten meine Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner? Ein paar Beispielbeiträge anzusehen oder anzuhören hilft, Interessen einzuschätzen.
  • Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Kontaktaufnahme? Viele Medien haben saisonale Themenpläne oder Sonderbeilagen, die sie auf ihren Internetseiten ankündigen. Manchmal lässt sich eine Möglichkeit finden, die eigene Arbeit hier anzudocken. Dafür muss die Pressearbeit aber langfristig geplant werden.

Sind die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gefunden, können diese gezielt kontaktiert werden. Dafür eignet sich als „Aufhänger“ beispielsweise ein neues Angebot oder ein Fest. Auch hier kommt wieder der Nachrichtenwert ins Spiel. Pluspunkte gibt es auf jeden Fall, wenn es etwas Neues, Besonderes, Positives und Experimentelles zu berichten gibt. Die Sprach-Kita an der Stapenhorststraße in Altenessen hat es zum Beispiel mit Vorleseaktionen in verschiedenen Sprachen in den Lokalteil der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung geschafft. 

Selbst publizieren

Es müssen nicht immer die örtlichen Medien sein: um die Öffentlichkeit über die eigene Arbeit, gute Ideen und besondere Herangehensweisen der sprachlichen Bildung im Bundesprogramm Sprach-Kitas zu informieren, eignen sich auch eigene Kanäle. Die meisten größeren Träger haben bereits etablierte Kommunikationsmittel, die sich an die eigenen Standorte, die dort arbeitenden Fachkräfte, aber auch Familien und kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger wenden. Typische Beispiele sind Rundbriefe, Broschüren, Flyer, Soziale Netzwerke und Magazine. Zu den wichtigsten Kommunikationskanälen gehört außerdem natürlich die Website des Trägers. Um möglichst viele Leserinnen und Leser zu gewinnen, sollten die Beiträge auf deren Informationsbedürfnisse zugeschnitten sein. Folgende Fragen helfen dabei:

  • Wie unterscheidet sich der Wissensstand der angesprochenen Personengruppen?
  • Handelt es sich dabei vor allem um Menschen, die sich mit dem Thema bereits auskennen oder richtet sich der Text an die breitere Öffentlichkeit?
  • Kennen die Zielgruppen den Ansatz und den Aufbau des Bundesprogramms oder braucht es eine Erklärung oder einen Verweis auf die Website der Sprach-Kitas?

In jedem Fall lohnt es sich, über den richtigen Einstieg in den Beitrag nachzudenken. Denn je interessanter der Text beginnt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er (bis zu Ende) gelesen wird. Dafür eignen sich ein prägnantes Beispiel oder eine interessante Fragestellung – sie können in der Überschrift und in den ersten Zeilen (dem Vorspann) formuliert werden. Auch ein ansprechendes Bild mit entsprechender Bildunterschrift „zieht“ die Leserinnen und Leser in den Text.

Beispiele:

Wie fühlt es sich eigentlich für Kinder an, sich in einer fremden, neuen Sprache zurechtzufinden? Die LAG Freie Kinderarbeit Hessen hat einen besonderen Ansatz dafür gewählt: Sie veranstaltete ein Qualifizierungstreffen mit ihren Sprach-Kitas. Als besonderes Element wurde ein spannender Perspektivenwechsel durchgeführt. Die Pädagoginnen und Pädagogen wurden in der Übung konsequent auf Japanisch angesprochen und sollten auch nur in der ihnen bisher unbekannten Sprache antworten. Fachberaterin Corina Jäger beschrieb im anschließenden Rundbrief nicht nur, welchen Erkenntnisgewinn das brachte, sondern auch, welche anderen nützlichen Tipps für die alltagsintegrierte sprachliche Bildung die Teilnehmenden mitnahmen.
Jede Sprach-Kita ist anders. Deswegen gibt es immer wieder etwas Neues zu berichten und Fachkräfte können von den Erfahrungen der anderen lernen. Im Bericht über einen Markt der Möglichkeiten der Hamburger Elbkinder wimmelt es vor guten Ideen. Erschienen ist er im Träger-Mitteilungsblatt „Stadtkinder“ (Seite 8 bis 10).

 

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