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„Wir sind nicht alle gleich“

Porträt des Kindergartens Don Bosco in Adelsheim

Seit Mai 2016 nimmt der katholische Kindergarten Don Bosco aus Adelsheim in Baden-Württemberg am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Ein Schwerpunkt des Kindergartens ist die inklusive Pädagogik. „Wir sind nicht alle gleich – und das ist gut so und macht unsere heutige Gesellschaft bunt und vielfältig“, heißt ein zentraler Leitgedanke der Einrichtung. Die Teilnahme am Bundesprogramm stärkt die inklusive Praxis zusätzlich.

Inklusive Pädagogik ist vielfältig

„Von unseren 70 Krippen- und Kindergartenkindern haben gut die Hälfte einen Migrationshintergrund“, sagt Kita-Leiterin Gudrun Stein. Viele dieser Kinder wachsen zweisprachig auf und sprechen zum Eintritt in die Einrichtung wenig oder gar kein Deutsch. Eine Herausforderung im Kita-Alltag, der sich die pädagogischen Fachkräfte gerne stellen: „Wir wollen die kulturellen Wurzeln und Besonderheiten aller Kinder annehmen“, so Carola Falkenstein, stellvertretende Kita-Leiterin. Inklusive Pädagogik beziehe sich sowohl auf Kinder mit Behinderungen als auch auf Kinder mit Migrationshintergrund. Auch geistig und körperlich beeinträchtige Kinder haben im Kindergarten Don Bosco ihren Platz. Jeder Familie wird dabei offen und unvoreingenommen begegnet. Auch klassischen Rollenverteilungen zwischen den Geschlechtern wird im Kindergarten Don Bosco entgegengewirkt. „Die Pädagogik ist dabei auf die Kompetenzen des Kindes ausgerichtet“, so die stellvertretende Kita-Leiterin Carola Falkenstein. Im Fokus steht „was kann ich gut“ unabhängig vom Geschlecht. Die Kinder werden zum Beispiel darin bestärkt, frei auszuwählen, was sie spielen möchten. Dann kann es sein, dass ein Mädchen Fußball spielt oder ein Junge beim Backen hilft.

Foto: Don BoscoGemeinsame Familienaktion im Kindergarten Don Bosco
Foto: Don BoscoKindergarten Don Bosco
Foto: Don BoscoGemeinsames Backen im Kindergarten Don Bosco

Eine inklusive Haltung im Team entwickeln

Obwohl die inklusive Pädagogik in dem Leitbild des Kindergartens schon lange verankert war, musste eine gemeinsame inklusive Haltung im Team erst entwickelt werden. Gelungen ist dies vor allem durch ein zweitägiges Inhouse-Seminar mit einer externen Referentin zum Thema inklusive Pädagogik. Ein Tipp, den Kita-Leiterin Gudrun Stein auch gerne an andere Kindergärten weitergeben möchte. Zwar habe das Team Inklusion schon lange gelebt. Das Seminar hat jedoch dabei geholfen, sich bewusst mit der Theorie auseinanderzusetzen und im Team ein gemeinsames Verständnis von inklusiver Pädagogik zu schaffen. „Dabei ist auch wichtig, Ängste offen anzusprechen und im Team zu thematisieren“, erklärt Kita-Leiterin Gudrun Stein. Die pädagogischen Fachkräfte fragen sich zum Beispiel, ob man allen Kindern mit ihren jeweiligen Besonderheiten gerecht werden kann, ohne dabei die Gruppe aus den Augen zu verlieren. Inklusive Pädagogik bringt Herausforderungen mit sich. „Daher ist es wichtig, einen gemeinsamen Standpunkt im Team zu schaffen“, sagt Kita-Leiterin Gudrun Stein.

Die inklusive Haltung als Motor nutzen

Neben den Herausforderungen sehen Kita-Leiterin Gudrun Stein und ihr Team vor allem die Chancen, die Inklusion bietet. „Eine inklusive Haltung ist ein Motor, denn man entwickelt sich weiter. Jede Familie bringt neue Herausforderung und so entwickeln wir uns weiter. Wir lernen und profitieren von der Vielfalt, genau wie die Kinder und auch die Eltern“, so Kita-Leiterin Gudrun Stein.

Gemeinsam mit Eltern Inklusion gestalten

Neben dem Kita-Team wird Inklusion auch durch den Elternbeirat des Kindergartens Don Bosco gelebt. Die Eltern gestalten Aktionen, um das Miteinander unter allen Familien der Einrichtung zu stärken. Dazu zählen der gemeinsame Besuch von Spielplätzen und von kulturellen Orten, wie ein Ausflug in den Schlossgarten der Stadt Adelsheim oder einfach das Beisammensein in der Einrichtung. Die Familien können ihre neue Heimat dadurch besser kennenlernen und finden schnell Anschluss.

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