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Porträt der Kita Alfred Haux in Albstadt

Eine Kita - zehn Sprachen

Die Kita Alfred Haux ist eine von fünf Kindertagesstätten der Gesamtkirchengemeinde Ebingen in Baden Württemberg. Die Sprach-Kita nahm bereits am Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ teil. Der Stadtteil Albstadt, in dem sich die Kita befindet, ist geprägt von unterschiedlichen Kulturen und Sprachen. Dies spiegelt sich auch in der „Kita Alfred Haux“ selbst wider: „In unserer Einrichtung werden zehn verschiedene Sprachen gesprochen. Inklusion heißt für uns dabei die Vielfalt und Verschiedenheit im Kita-Alltag zu leben und die kunterbunte Welt von Kindern und Familien wahrzunehmen.“, erzählt Nadine Conzelmann, Leiterin der Kindertageseinrichtung. Dazu gehört beispielsweise die Begrüßung und Verabschiedung der Kinder in verschiedenen Sprachen. Dem Kita-Team ist es dabei wichtig, Kindern im Alltag Raum für ihre Familiensprache zu geben. So eignen sich die Erzieherinnen zum Beispiel in der Eingewöhnungsphase der Kinder einzelne Wörter in der jeweiligen Sprache an, um insbesondere Kindern mit Migrationshintergrund das Ankommen in der Kita zu erleichtern.

Foto: Kita Alfred Haux internKinder der Kita Alfred Haux
Foto: Kita Alfred Haux internDas Kita-Team
Foto: Kita Alfred Haux internAusstellungswand zum Nikolaustag

Inklusion ist Teamarbeit

Um sich dem neuen Schwerpunkt der inklusiven Pädagogik zu nähern, war die Arbeit im Team ein erster wichtiger Schritt. „Erst mussten wir uns als Erzieherinnen selbst bewusst machen, was Inklusion für uns bedeutet, um auch ein einheitliches Bild nach außen zu repräsentieren“, berichtet Anja Fritschi, die als zusätzliche Fachkraft „Sprach-Kita“ gemeinsam mit der Kita-Leitung das Programm umsetzt. Dazu gehörte auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis. „Wir waren überrascht, wo wir bereits inklusiv arbeiten, aber auch wie schnell man Kinder in Schubladen steckt“, resümiert Nadine Conzelmann. Neben der zusätzlichen Fachberatung „Sprach-Kitas” liefern verschiedene Handreichungen und Publikationen hilfreiche Anhaltspunkte, Fragestellungen und Input. Außerdem finden regelmäßige Teamrunden statt, um die eigene Haltung und Praxis zu reflektieren.

Inklusion leben – heißt mit Familien zusammenzuarbeiten

Sprachliche Bildungsarbeit findet zuerst in den Familien statt. Um die Zusammenarbeit mit den Eltern zu stärken, hat die Kita das Projekt „Eltern für Kinder“ ins Leben gerufen. Zu einem bestimmten Thema stellen interessierte Eltern als Experten ihrer Kultur Bilderbücher, Fingerspiele oder Lieder in ihrer Familiensprache vor. „Wir möchten mit diesen Aktionstagen erreichen, dass die Kinder die unterschiedlichen Sprachen in unserer Einrichtung kennenlernen. Und wir möchten auch die Mehrsprachigkeit wertschätzen und dafür sorgen, dass sich die Familien bei uns willkommen fühlen“, sagt Frau Fritschi. So entstand aus einem Aktionstag in der Weihnachtszeit eine kleine Ausstellung, die zeigt, wie Familien zum Beispiel in Russland, der Türkei oder Italien Nikolaus feiern. Solche Veranstaltungen binden die Eltern nicht nur aktiv in die Gestaltung des pädagogischen Kitaalltag ein, sondern schaffen auch Anlässe für den Austausch zwischen und innerhalb der Familien. 

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