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Liederbuch "Ich habe meine Musik mitgebracht"

Abbildungen: Maneis, © Don Bosco 2017

Alle Kinder mit einem Stück Heimat willkommen heißen

So lautete die Idee, aus der später das Buch „Ich habe meine Musik mitgebracht“ entstand. „Wir wollten etwas entwickeln, das wir den pädagogischen Fachkräften für eine gelingende Integration an die Hand geben können“, erzählt Gesa Rensmann, Programmleiterin von Don Bosco Medien. Durch die kreativtherapeutische Arbeit mit Flüchtlingskindern aus Kriegs- und Krisengebieten ist es den Autoren Alexander Jansen und Julia Erche gelungen, ein Werkzeug zu gestalten, das die Muttersprache und die Kultur der Kinder besonders wertschätzt. Kinder und Fachkräfte können mit Hilfe des Buches gemeinsam in verschiedenen Sprachen singen, dazu tanzen und spielen. Mit Texten und Melodien aus der Heimat der Kinder, die nicht nur sie selbst, sondern auch Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinder mit anderen Herkunftssprachen mitsingen können. Im Buch enthalten sind neben Spiel- und Spaßliedern auch Lieder zur Begrüßung, ein persisches Singspiel und Klanggeschichten zu afrikanischen und orientalischen Märchen sowie Spielideen wie Finger- und Rollenspiele.

Durch die heilpädagogische und künstlerische Arbeit in Clearingstellen und Gemeinschaftsunterkünften hatte Alexander Jansen Kontakte zu geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam mit der Musikerin und Musiktherapeutin Julia Erche ist die Sammlung so auch im Kontext professioneller traumapädagogischer Arbeit entstanden. Die Kinder und Jugendlichen hatten viel Freude dabei, den beiden Autoren Lieder, Spiele und Tänze aus ihren Herkunftsländern zu präsentieren. Die vielen Vorschläge wurden gesammelt, in deutscher und ihrer Herkunftssprache verschriftlicht sowie in Musiknoten übersetzt. Diese Lieder, Spiel- und Tanzideen können auch im Alltag der Sprach-Kitas genutzt werden: Kinder, Eltern und Fachkräfte werden eingeladen, ihre eigene Muttersprache zu sprechen und andere Sprachen kennenzulernen. Durch Noten und eine beiliegende CD können die Lieder musikalisch begleitet werden.

Gesa Rensmann betont: „So können die Lieder nicht von Kindern aus den jeweiligen Ländern gesungen werden, sondern von allen in der Gruppe“. Dadurch kann Integration über Musik erfolgen, die auch von Erzieherinnen und Erziehern vermittelt werden kann, die zum Beispiel nicht Persisch oder Arabisch sprechen.

Abbildungen: Maneis, © Don Bosco 2017
Abbildungen: Maneis, © Don Bosco 2017
Abbildungen: Maneis, © Don Bosco 2017

„Das ist unser eigener Schatz“

In Kitas könnten ähnliche Sammlungen entstehen, selbst gefüllt und gestaltet von den Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften: Die Kinder bringen ihre Lieblingslieder mit und die Fachkräfte halten diese auf Papier fest. Anschließend können die Kinder die Seiten selber verzieren. „Das kann ein wunderbares Geschenk für die Eltern zum Ende eines Kita-Jahres sein“, regt Gesa Rensmann an. Je nach Herkunft der Kinder entsteht eine Sammlung an Liedern in verschiedenen Sprachen. Diese können die Kinder gemeinsam singen und so die Herkunftssprachen der anderen kennenlernen. „Das ist unser eigener Schatz“, so könnte der Titel des selbstgestalteten Liederbuches lauten.

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