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Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Mit Freude an der Sprache Türen öffnen

BMFSFJ/Schöttke

Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ startet in die zweite Förderwelle

Bei der Starterkonferenz am 11. Mai in Rostock waren sich alle einig: Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig eröffnete die Starterkonferenz zur zweiten Welle des Bundesprogramms „Sprach-Kitas” für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In der zweiten Förderwelle werden die Mittel für die „Sprach-Kitas“ bundesweit auf jährlich insgesamt 200 Millionen Euro verdoppelt. In den kommenden Wochen wird die zweite Förderphase mit weiteren Starterkonferenzen in ganz Deutschland eingeleitet.

In ihrer Eröffnungsrede betonte die Bundesfamilienministerin: „Sprachliche Bildung ist der Schlüssel für gerechte Bildungschancen und gesellschaftliche Integration. Wenn Kinder diesen Schlüssel nicht bekommen, dann bleiben sie vor einer verschlossenen Tür stehen - ihr Leben lang. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder, die in benachteiligen Lebenslagen aufwachsen, nicht weniger Kompetenzen und Begabungen haben. Wenn wir sie entsprechend fördern, können wir die Potenziale dieser Kinder wecken und ihnen die Tür zur Welt öffnen.“

Auch Stefanie Drese, Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, hieß die neuen Sprach-Kitas willkommen. Sie betonte, dass insbesondere Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien sowie aus Familien, deren Familiensprache nicht Deutsch ist, von Anfang an von guten Bildungsangeboten profitieren könnten. Der Erwerb früher sprachlicher Kompetenzen habe einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Erwerbsleben.

Sprach-Kitas leisten sehr gute Arbeit – das zahlt sich aus

Beide dankten den engagierten pädagogischen Fachkräften, Kita-Leitungen und Fachberatungen, die mit viel Einsatz und Herzblut tätig sind und den Mut haben, etwas Neues zu wagen. Manuela Schwesig betonte, dass es nur möglich war, die Mittel für das Programm zu verdoppeln, weil die Sprach-Kitas vor Ort so gute Arbeit leisten.

Mit Kompetenz und Leidenschaft wirkt das Bundesprogramm - und zwar bis in die Familien hinein. Bundesfamilienministerin Schwesig hob hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den Familien ist.

Einig waren sich alle darüber, dass der Spaß und die Freude an der Sprache das A und O seien. Wenn die pädagogischen Fachkräfte selbst Freude an der Sprache haben, wirke sich dies auch auf die Kinder aus.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig eröffnet die Starterkonferenz
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig eröffnet die Starterkonferenz Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei ihrer Eröffnungsrede Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei ihrer Eröffnungsrede Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern, begrüßt die Teilnehmenden Poetry Slammer Lars Ruppel Publikum Dr. Sarah Meier von der Servicestelle Sprach-Kitas informiert über die Programmumsetzung in den Sprach-Kitas Philipp Kröpelin von der internetlehrer GmbH gibt einen Einblick in die Online-Plattform Sprach-Kitas Publikum Prof. Dr. Timm Albers gestaltet Forum 1 zum Thema inklusive Pädagogik Nikola Siller gibt in Workshop 1 Impulse für die Einbeziehung neuzugewanderter Familien Dr. Maren Risch spricht in Workshop 2 über digitale Medien in der frühkindlichen Bildung Kita-Leitungen, Sprachfachkräfte und Fachberatungen in einem Workshop Prof. Dr. Irene Dittrich gestaltet Workshop 3 zu Mehrsprachigkeit in den ersten Lebensjahren Die Rolle der zusätzlichen Fachkraft und der Kita-Leitung in den Sprach-Kitas diskutiert Amna Janne Akeela in Workshop 4 Die Referentinnen und der Referent bei der Abschlussrunde Moderatorin Andrea Lueg führte durch den Tag Zwei Teilnehmerinnen

Die Starterkonferenz wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch dazu genutzt, erste Ideen für die alltagsintegrierte sprachliche Bildung auszutauschen. Eine Kita-Leiterin berichtete zum Beispiel vom „Wochenendrucksack“, mit dem sich Familien Kinderbücher aus der Kita ausleihen können und die sprachliche Bildung zu Hause aufgreifen können.

Eine Kita-Leiterin betonte: „Durch das Bundesprogramm können wir uns als Kita weiterentwickeln und vorankommen“. Besonders wertvoll finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Unterstützung durch die Fachberatung. „Wenn man mal nicht mehr weiter weiß, ist da jetzt jemand!“, berichtet eine Sprachfachkraft.

Vielfalt in Kindertageseinrichtungen, digitale Medien in der frühkindlichen Bildung oder bilinguale Erziehung in den ersten Lebensjahren – diese Themen wurden am Nachmittag in Workshops diskutiert. Thema war dabei auch die Kindertagesbetreuung von Kindern und Familien mit Fluchthintergrund. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten, dass vielerorts mittlerweile feste Kooperationen mit lokalen Akteurinnen und Akteuren entstanden sind und die Netzwerke um die Familien mit Fluchthintergrund gut funktionieren. Sie können dadurch meistens schnell und unkompliziert unterstützt werden.  

Bundesprogramm „Sprach-Kitas“

Der Bund stellt für das Programm „Sprach-Kitas“ im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 Mittel im Umfang von bis zu 800 Millionen Euro zur Verfügung. Die Sprach-Kitas werden zum einen durch zusätzliche Fachkräfte für sprachliche Bildung unterstützt, die direkt in der Kita tätig sind. Zum anderen werden sie kontinuierlich durch eine Fachberatung begleitet. Insgesamt können mit den Mitteln aus dem Bundesprogramm bis zu 7000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung finanziert werden.

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